In Kürze erscheint mein Schnittmuster für einen Rucksackbeutel – ein leichter, faltbarer Beutel, der sich perfekt als Fahrradrucksack eignet und auf Wunsch mit Mesh- oder eingesetztem Reißverschlussfach genäht werden kann. Seit Sonntag sind einige Probenäherinnen dabei, die Anleitung zu testen. Und ich bin schon völlig begeistert: was bereits entstanden ist, wie viele Rechtschreibfehler sie gefunden haben (wesentlich mehr als die KI, die das schon „korrekturgelesen“ hatte!), Hinweise auf Logik und Verständlichkeit – das ist so viel mehr, als eine KI könnte und ich sowieso.
Auch wenn ich noch mitten im Prozess bin, möchte ich euch heute ein bisschen mitnehmen, wie ein Schnittmuster bei mir entsteht.
Auf einen Blick: Der Rucksackbeutel ist ein leichter, faltbarer Beutel zum Selbernähen – in drei Varianten: schlicht, mit Meshfach oder mit eingesetztem Reißverschlussfach. Er entstand aus einem echten Alltagsproblem heraus: ein Beutel, der kompakt im Trikot verstaubar ist und trotzdem etwas transportiert. Das Schnittmuster richtet sich an alle Nählevel – mit Kurzanleitung für Profis und ausführlicher Bebilderung für Einsteigerinnen.

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Wie kam ich auf die Idee zum Rucksackbeutel-Schnittmuster?
Es fing vor vier Jahren an, als mein Mann gerne in seiner Mittagspause mit dem Rennrad zum Erdbeerstand gefahren ist, um Erdbeeren zu kaufen. Aber irgendwie waren alle Transportmöglichkeiten nicht praktisch. Ein Rucksack sollte es sein (weil Rennrad ohne Gepäckträger), aber nicht zu sperrig, am besten auf dem Hinweg im Trikot verstaubar. Ja, das schrie geradezu nach selber nähen. Also habe ich getüftelt.
Die Prototypen
Als ersten Prototypen habe ich einen Beutel für Schwimmsachen genäht – aus einer Art dünnem Regenjackenstoff. Vorne hatte er ein Meshfach für Schwimmbrille und Badekappe. Allerdings hat mir die Lösung mit der Kordelhalterung (Öse und Kordel verknoten) nicht gefallen. Auch die Maße habe ich noch einmal überarbeitet. Für den zweiten Prototypen habe ich die Halterungen so gezeichnet, dass sie „ergonomischer“ liegen und die Kordel darin verschwindet. Keine Knoten mehr, die aufgehen können. Das Reißverschlussfach sollte auch aus Stoff sein, kein Mesh. Genäht habe ich aus einem Funktionsstoff – atmungsaktiv, dünn und weich, aber dennoch stabil. Das hat mir dann gut gefallen, die Kordellängen haben mir (und meinem Mann) gepasst, also konnte ich loslegen.
Von der Idee zum fertigen Erdbeerbeutel
Weil der Beutel ja zum Erdbeeren holen gedacht war, habe ich erst noch eine Erdbeere (mit der Maschine) aufgestickt und dann den Beutel wie den zweiten Prototypen fertig genäht. Das „Schnittmuster“ war meine gezeichnete Halterung und die Maße für den Zuschnitt. Der Beutel hat sich total bewährt – er liegt immer beim Radhelm und kommt mit ins Trikot, man weiß ja nie, was man unterwegs vielleicht noch einkaufen möchte. Dann war erst mal vier Jahre Ruhe. Der Beutel funktioniert, gefällt, wird genutzt – super.
Der Duschvorhang bei IKEA
Es war glaube ich Anfang des Jahres, als ich bei IKEA war, vermutlich um nochmal nach Schränken für mein Nähzimmer zu schauen. Da sprang mir in der Bad-Abteilung ein Duschvorhang ins Auge: STRANDLUMMER. Fröhlich geblümt – und die Servietten im gleichen Muster lagen schon im Einkaufswagen. Da dachte ich: Oh, da kann man bestimmt was Schönes draus nähen – und schwupps, lag der Duschvorhang auch im Einkaufswagen. Zu Hause habe ich ihn ausgepackt und erst mal zu den „das vernähe ich bestimmt demnächst“-Stoffen gelegt.
Urlaub ohne Nähmaschine
Ich hatte ja schon von meinem Urlaub berichtet, wo ich die Nähmaschine vergessen hatte. Zum Einkaufen hatte ich ein paar Einkaufskörbe und Taschen dabei, aber auch meinen „Erdbeerbeutel“ – und der hat sich so bewährt, dass sich ein Gedanke in meinem Kopf festgesetzt hat: „Da könnte ich doch ein Schnittmuster bzw. Ebook draus machen.“ Ohne Nähmaschine, dafür mit Zeit zum Nachdenken, hat sich die Idee langsam konkretisiert.
Techniken aus dem Bekleidungsnähen
Wieder zu Hause fiel mir dann der IKEA-Duschvorhang in die Hände und ich habe losgelegt. Den Zettel mit den Maßen und der Halterung rausgesucht, meine Prototyp-Beutel auf links gedreht und überlegt, was ich besser machen kann. Als erstes wollte ich die Innenverarbeitung „sauber“ haben – meine Prototypen hatte ich innen mit der Overlock versäubert. Auch gefiel mir der Kordeldurchzug nicht hundertprozentig. Für beides gibt es Techniken, die ich aus dem Bekleidungsnähen kenne: französische Nähte und Schlitzverarbeitung. Außerdem wollte ich, dass am Reißverschluss keine offenen Kanten sichtbar sind. Die Notizen dazu habe ich erst mal auf meinen „Maße“-Zettel geschrieben.

Erster Test
Die Grundmaße und die generelle Verarbeitung habe ich mit dem IKEA-Duschvorhang getestet, erst einmal die schlichte Version ohne Reißverschlussfach. Beim Nähen habe ich immer wieder das Handy gezückt und Fotos gemacht. Der Beutel hat mir richtig gut gefallen – und der Duschvorhang ließ sich wesentlich besser verarbeiten als befürchtet. Der Stoff ist schön dünn, also ideal für einen Beutel, den man klein gefaltet mitnehmen möchte.
Super, die Basisversion funktionierte schon mal. Ich wollte aber noch zwei weitere Varianten anbieten: einmal mit Meshfach (wie mein Beutel für Schwimmzeug), einmal mit geschlossenem Reißverschlussfach.

Die Varianten mit Zusatzfach
Für die Variante mit Reißverschlussfach habe ich erst einmal die Technik, die ich beim Schwimmzeug-Beutel verwendet hatte, mit Stoff ausprobiert. Der Beutel war okay, aber irgendwie dachte ich: „Das geht besser.“ Eine alte IKEA-Tischdecke (ja, ich finde bei IKEA viele Stoffe für Test- und Probemodelle, wie zum Beispiel bei meiner Probebluse aus IKEA-Bettwäsche …) mit einem großen Motiv hat mich dann inspiriert, ein eingesetztes Reißverschlussfach zu machen – so kann ein großes, durchgehendes Motiv auf einem Stoff weiter gut wirken. Natürlich geht beim Nähen bei mir nicht alles glatt: Bei diesem Beutel habe ich beim Absteppen das Reißverschlussfach zugenäht. Aber das war zum Glück schnell wieder aufgetrennt.
Für die Variante mit Meshfach habe ich wieder den IKEA-Duschvorhang benutzt – und ich glaube, da kann ich noch ziemlich viele Beutel draus nähen. Auch hier habe ich noch Kleinigkeiten gefunden, die die Verarbeitung innen schöner machen.
Jetzt war es allerhöchste Zeit, die Anleitung aufzuschreiben. Die fertigen Fotos habe ich der Anleitung zugeordnet und festgestellt, wo noch Fotos fehlen.
Die Anleitung schreiben und probenähen
Mit dieser ersten Anleitung habe ich mich nochmals hingesetzt und die Varianten 2 und 3 (mit eingesetztem Reißverschlussfach und mit Meshfach) nachgenäht – mit Notizen direkt auf dem Ausdruck, neue Fotos gemacht und fehlende nachgeholt.
Das Beste, was einer Anleitung passieren kann, sind Probenäherinnen 🩵. Also habe ich bei meinen Newsletterabonnentinnen und auf Instagram gefragt, wer probenähen möchte – und ich war überwältigt von der Hilfsbereitschaft! Leider musste ich die Anzahl der Probenäherinnen beschränken, da ich sonst mit der Menge an Rückmeldungen überfordert wäre.
Dann hatte ich noch wenige Tage, um die Anleitung zu layouten – das Auge näht ja mit. Als alles fertig war, habe ich die Anleitung meinem Mann und der KI zum Korrekturlesen gegeben und die Korrekturen eingearbeitet. Samstagabend hatte ich dann noch die Idee, eine Kurzanleitung „auf einen Blick“ einzufügen – für alle (wie mich), die mehrere Beutel nähen und dann nicht mehr die genaue, bebilderte Anleitung benötigen, und für Profis, die ohnehin keine detaillierte Anleitung brauchen. Dann war ich zufrieden und konnte die Anleitung an meine Probenäherinnen verschicken.
Rückmeldungen aus dem Probenähen
Schon Sonntagmorgen hatten die ersten die Anleitung Korrektur gelesen, manche sogar schon genäht! Wow! Zusätzlich zur Rückmeldung per E-Mail habe ich eine Signal-Messenger-Gruppe eingerichtet, damit sich die Probenäherinnen auch untereinander austauschen und inspirieren können – und für schnelle Hilfe bei Fragen. Das Probenähen läuft bis 27. Mai, damit jede in ihrem Tempo nähen und mir Feedback geben kann. Das arbeite ich dann in die Anleitung ein – danach stelle ich das Rucksackbeutel-Schnittmuster mit ausführlicher Anleitung und einem „Lookbook“ mit Fotos der genähten Werke hier auf meiner Website zum Kauf ein.
Für wen ist der Rucksackbeutel ideal – und für wen nicht?
Der Rucksackbeutel passt zu dir, wenn du eine Nähmaschine hast und Grundkenntnisse im Nähen mitbringst – oder wenn du dich einfach traust, denn die Anleitung ist ausführlich bebildert und erklärt jeden Schritt. Die Variante ohne Reißverschlussfach ist ideal zum Einstieg. Durch die Kurzanleitung „auf einen Blick“ ist er gleichzeitig auch für erfahrene Näherinnen interessant, die schnell loslegen wollen. Besonders gut eignet er sich, wenn du viel mit dem Fahrrad oder beim Sport unterwegs bist, einen Beutel für Schwimmzeug brauchst oder einfach eine schlanke Alltagstasche selbst nähen möchtest.
Nicht das Richtige für dich, wenn …
- du noch nie genäht hast und dich das Thema einschüchtert – dann empfehle ich dir, erst mit einem einfacheren Projekt anzufangen oder hier auf meinem Blog ein bisschen zu lesen, denn du musst nichts perfekt machen.
- du eine große Reisetasche oder einen vollwertigen Rucksack suchst – der Beutel ist bewusst kompakt und leicht gehalten.
- du ein fertiges Produkt kaufen möchtest – hier bekommst du eine Anleitung zum Selbernähen, kein fertiges Stück.
Mein Ziel mit dem Rucksackbeutel-Schnittmuster
Ich glaube, dass viele Menschen mehr selbst nähen könnten – und würden – wenn sie merken, wie zugänglich es ist. Ein Beutel, der aus einem Duschvorhang, einer alten Tischdecke oder dem lange gehüteten Stoffschatz entsteht, und dabei noch genau so aussieht, wie man ihn sich vorgestellt hat: Das ist für mich der Kern vom Selbernähen. Mit diesem Schnittmuster möchte ich zeigen, dass praktische Alltagsbegleiter keine Kompromisse sein müssen. Mein Ziel ist es, mehr Menschen den (Wieder-)Einstieg ins Nähen zu ermöglichen – mit Anleitungen, die wirklich funktionieren.
Das Schnittmuster kaufen – und wo du es als Erste erfährst
Das Rucksackbeutel-Schnittmuster ist ein Ebook zum Kauf. Ich habe viel recherchiert, verschiedene Shoplösungen und Marktplätze verglichen, Gebühren von Zahlungsanbietern gecheckt und mich dann für ein Plugin auf meiner eigenen Website entschieden. Das hat den Vorteil, dass ich nur die Zahlungsanbieter-Gebühren trage – und für euch bedeutet das: keine Mehrwertsteuer dank Kleinunternehmerregelung. Damit das Schnittmuster für möglichst viele erschwinglich bleibt, habe ich einen Preis gewählt, der vergleichbar mit einer Kaffeespezialität im Restaurant ist: 5,90 €.
Zur Einführung gibt es einen zeitlich begrenzten Rabatt – falls du meinen Newsletter noch nicht abonniert hast, ist jetzt ein guter Zeitpunkt 😉 Newsletterabonnentinnen erfahren als Erste, wenn das Schnittmuster online ist, und bekommen den Rabattcode direkt per Mail!

