Gerade bräuchte ich 50-Stunden-Tage. Am besten ohne Schlaf.
In meinem Kopf sind aktuell ziemlich viele Eichhörnchen unterwegs. Auf Speed. Sie flitzen von Idee zu Idee, buddeln überall Nüsse ein, und alles will gleichzeitig raus. Ich stecke in so einer Phase, in der ich mich vor lauter Ideen kaum retten kann.
Und mittendrin steht mein Nähzimmer im Umbau, halb aus- und halb eingeräumt, und schaut mich vorwurfsvoll an.
Kennst du das? Wenn zehn Sachen gleichzeitig loswollen, aber erst mal ein einziger Schrank an die Wand muss, bevor du ins Tun kommst?
Das Wichtigste in Kürze
- Ins Tun kommen heißt nicht, auf den perfekten Moment zu warten, sondern anzufangen, obwohl es wackelig ist.
- Mein „Angstgegner“ waren Hängeschränke an einer schiefen Nachkriegswand. Jetzt hängen sie, ein bisschen schief, aber sie halten.
- Unser Haus ist wie ein Quilt: Nichts ist gerade, und genau das macht den Charme. Better done than perfect.
- Gute Ideen kommen selten geordnet. Bei mir turnen sie wie Eichhörnchen, manche Nuss findet man wieder, über manche stolpert man überraschend.
- Zwei neue Projekte wachsen gerade im Nähzimmer. Was genau, erfahren meine Newsletter-Leserinnen zuerst.
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Der Angstgegner: Hängeschränke
Den hatte ich lange vor mir hergeschoben. Nicht, weil ich Angst vor Bohrmaschine und Dübeln hätte, im Gegenteil, im Grunde macht mir das richtig Spaß.
Das „Problem“ ist unser Haus. Es ist schief. Und die Wände bestehen aus allem, was kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gerade zur Hand war. Mal bohrt man ganz easy rein. Mal bricht ein riesen Loch weg. Und mal geht einfach gar nichts. Man weiß es einfach vorher nie.
Genau das war mein Angstgegner. Nicht das Werkzeug. Das Unberechenbare.
Und dann habe ich es trotzdem gemacht. Leiste angezeichnet, gebohrt, geflucht (ein bisschen), weitergebohrt. Und jetzt? Die Leiste hängt. Die Schränke hängen dran. Und, das Beste: bislang halten sie sogar.
Ein bisschen schief, und genau richtig
Ganz gerade hängen die neuen Schränke übrigens nicht. Ein bisschen schief eben.
Und weißt du was? Das passt. Unser Haus ist wie ein Quilt. Mit Charakter. Da ist nichts gerade, keine Wand, kein Boden, keine Ecke. Und genau das macht den Charme aus.
Ich hätte mich wochenlang mit der Wasserwaage abmühen können, bis alles millimetergenau sitzt. Hätte ich in dieser Wand sowieso nicht hinbekommen. Aber ehrlich? Ein Schrank, der ein paar Millimeter „daneben“ hängt, aber hängt, ist mir tausendmal lieber als ein perfekt geplanter, der noch im Karton auf den richtigen Moment wartet.
Better done than perfect. Beim Nähen, wie an der Wand. Ins Tun kommen heißt für mich genau das: anfangen, obwohl ich nicht weiß, wie es ausgeht.
Eichhörnchen, Nüsse und ein voller Kopf
Die Ideen kamen übrigens nicht erst, als die Leiste hing. Die waren längst da und haben munter in meinem Kopf herumgeturnt. Der Schrank war nur eine Nuss von vielen.
Und Nüsse sind so eine Sache. Manche vergräbt man so gut, dass man sie nie wiederfindet. (Ich habe ganze Ideen-Nüsse verbuddelt, die sind erst mal verschollen.) Und dann stolperst du plötzlich über eine, wo du gar keine vermutet hast. Zack, ausgegraben, und auf einmal ergibt alles Sinn.
Zwei dieser Nüsse sind gerade aufgetaucht. Und beide kamen nicht aus dem Nichts, sondern aus etwas, das ihr mir mitgegeben habt.
- Nuss eins wuchs aus euren Kommentaren. Vor Kurzem ging es in Kommentaren auf Social Media um das Thema „Nähblockade„. Wenn du eigentlich Nähen liebst, aber gerade in einem Tief steckst und die Freude verloren hast. Das hat mich so angesprungen, dass ich einen Kurs, der im Grunde schon lange fertig war, endlich wieder angefasst habe. Sogar eine neue Kursplattform habe ich dafür gesucht. (Auch so eine Sache, die ich lange vor mir hergeschoben habe. Angstgegner, die Zweite.)
- Nuss zwei wuchs aus meinem letzten Blogartikel. Der über den ersten Quilt von A bis Z. Die Reaktionen darauf waren so inspirierend, dass daraus etwas Größeres gewachsen ist. Gerade liegt ein Quilt-Schnittmuster bei einigen Probenäherinnen, und sie testen dazu ein paar Online-Tools, die zum Schnittmuster gehören. Ich sag dir: Es wird grandios. Ich schaue dauernd aufs Handy, was sie mir schicken. Und ein Kurs für deinen ersten Quilt ist auch in Vorbereitung!
Verrate ich jetzt schon alles? Nein. Noch nicht.
Wer es zuerst erfährt
Die konkreten Sachen, was genau, wann es losgeht und wie du dir deinen Platz in der ersten Reihe sicherst, das bekommen zuerst meine Newsletter-Leserinnen. Nicht, weil ich geheimniskrämerisch bin, sondern weil ich finde: Wer mir in meinem Nähzimmer über die Schulter schaut, darf auch als Erste Bescheid wissen.
Heute ist bei ihnen schon ein Brief gelandet, in dem ich beide Nüsse ausgepackt habe.
Wenn du beim nächsten Mal dabei sein willst, bevor es alle anderen erfahren, dann komm in die „Briefe aus dem Nähzimmer“. Ist kostenlos, kommt eigentlich alle zwei Wochen, aber auch mal ungeplant (siehe oben: Eichhörnchen, Speed), und du erfährst als Erste, wenn eine der Ideen aus meinem Nähzimmer buchbar ist.
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Und du?
Jetzt bin ich neugierig: Was ist gerade dein „Angstgegner an der Wand“? Die Sache, die du vor dir herschiebst, obwohl du sie eigentlich kannst?
Und turnen bei dir auch manchmal die Eichhörnchen im Kopf herum? Erzähl mir davon in den Kommentaren, ich bin gespannt!
Häufige Fragen
Ins Tun kommen heißt, anzufangen, obwohl man nicht weiß, wie es ausgeht. Nicht auf den perfekten Moment warten, sondern die Bohrmaschine (oder die Nähmaschine) einfach in die Hand nehmen. Fertig schlägt perfekt.
Fang klein an und lass Perfektion weg. Eine Naht, ein Reststück, ein einzelnes Projekt. Meist blockiert nicht das Können, sondern die Angst, es zu „versauen“. Sobald das erste Stück hängt oder genäht ist, kommt die Freude oft von allein zurück.
Nein. Ein Projekt, das fertig wird, ist mehr wert als eins, das perfekt geplant im Schrank auf den richtigen Moment wartet. Genau wie mein Haus: Nichts ist gerade, und genau das macht den Charakter aus.
Selten geordnet. Bei mir turnen sie wie Eichhörnchen durch den Kopf und buddeln überall Nüsse ein. Manche findet man nie wieder, über andere stolpert man überraschend. Aufschreiben hilft, damit weniger verschollen geht.
